Osteopathie – Heiligen Raum betreten

Cranio-Sacrale Körperarbeit ist eine sanfte, manuelle Methode, die sich über leichte Körperberührung in die Bewegungen des Körpersystems eines Menschen hineinfühlt.

Dieses System besteht aus verschiedenen Ebenen:

  • Bewegungsapparat = Knochen, Muskeln und deren Faszienverbindungen
  • Liquor = Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit
  • Membranen (Beckenboden, Zwerchfell, Übergang am Hals, Falx cerebri, Tentorium cerebelli) und
  • Nervensystem.

Durch vielerlei Erlebnisse (z. B. Unfall, Verletzung, Schock, Narkosen, körperliche und seelische Gewalt), aber auch durch andauernden Stress kann dieses Kommunikationsnetz unterbrochen werden.

Ziel der Cranio-sacralen Körperarbeit ist es, diese Verbindungen untereinander wieder herzustellen und ins Gleichgewicht zu bringen, so dass Spannungen gelöst und eingefahrene, falsche Bewegungsmuster verändert werden können.

Mit Hilfe der CSO lassen sich Schocks durch Unfälle, Operationen und alle sonstigen traumatischen Erlebnisse ebenfalls gut behandeln (Arbeit mit so genannten “Energiezysten”, Trauma-Arbeit nach Peter Levine).

Cranio-sacrale Körperarbeit

Eine Cranio-Anwendung findet auf einer Liege statt und dauert ca. 50 Minuten. Jede Therapiesitzung wird individuell auf die Beschwerden des Patienten abgestimmt.

Der Körper kann etwas 2 bis 3 Wochen lang auf eine osteopathische Behandlung reagieren, so dass eine erneute Behandlung meist erst nach dieser Zeit sinnvoll ist.

Die Cranio-sacrale Körperarbeit wird erfolgreich angewendet
(nach Daniel Agustoni):

  • zur Behandlung von chronischen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Gelenkproblemen, Hexenschuss, nach Schleudertraumen, Verstauchungen und anderen Verletzungsfolgen
  • bei Kopfschmerzen/Migräne, Nasennebenhöhlenentzündungen, Mittelohr- und Mandelentzündungen, Schluckbeschwerden, Schwindel und Tinnitus
  • zur Kiefergelenkstherapie bei Kieferknacken, Zähneknirschen, Mundöffnungsstörungen, bei Zahnfehlstellungen, Über-/Unterbiss
  • bei chronischen Blasenentzündungen, Inkontinenz, Nierenproblemen, Prostatabeschwerden
  • bei Vernarbungen und Verwachsungen nach Operationen
  • bei Schlafproblemen, Verdauungsbeschwerden, vegetativen und organischen Störungen
  • nach individuellen Schocks und Traumata wie Stürze/Unfälle, nach Hiobsbotschaften
  • nach kollektiven Schocks und Traumata wie Naturkatastrophen oder Krieg, für Opfer und Angehörige
  • allgemein bei Menschen, die beruflich und/oder privat stark gefordert sind
  • für Wohlbefinden und spirituelles Wachstum
  • zur Entspannung und Regeneration, auch bei Burn-out-Syndrom

kurz: bei allem, was Entspannung sucht.

Speziell Anwendung findet die CSO

  • bei Schwangeren zur Geburtsvorbereitung, während und nach der Geburt sowie im Wochenbett
  • für den Start ins Leben beim Neugeborenen
  • bei Sprach- und Lernstörungen, Hyperaktivität von Kindern und Jugendlichen.

Vegetative Integration

Bei dieser Behandlung steht das Vegetative Nervensystem (VNS) ganz im Mittelpunkt. Sie fußt auf der Polyvagal-Theorie von Stephen Porges, und es fließen Techniken aus der Trauma-Therapie nach Steven Levine, Deb Dana und Stanley Rosenberg mit ein.

Die 3 Teile des VNS – dorsaler und ventraler Ast, Sympathikus – sind seit Urzeiten für unser Überleben zuständig. So sorgt der ventrale Ast für gute Kommunikation und Verbindung mit unseren Mitmenschen, wenn wir uns geborgen und sicher fühlen. Der dorsale Ast sorgt dafür, dass wir wieder in Fluss kommen (Homöostase), wenn wir einen Schock erlebt haben (Erstarrungs-Reaktion, “Totstellen”), der Sympathikus verarbeitet Stressreaktionen.

Dauern Stress-Situationen sehr lange an oder kehren immer wieder, kann es sein, dass wir auf dem dorsalen Ast “hängen” bleiben und aus unserem Schutz und Rückzug nicht mehr herausfinden. Wir würden vielleicht gerne wieder in Kontakt mit anderen Menschen treten, aber unser VNS erlaubt es nicht, da wir die dazu nötige Sicherheit noch nicht wieder fühlen können. So entstehen z. B. chronische Krankheiten wie COPD, Depression und Todessehnsucht.

Durch den Sympathikus werden alle unsere inneren Organe nerval versorgt. Magenverstimmungen, Herzrasen, Schluckbeschwerden, Schlafapnoe, Migräne u. a. sind zwar organische Leiden, die Ursache liegt jedoch sehr oft in einer Überreizung des Sympathikus! Die Gabe von Medikamenten ist dann lediglich eine Symptombehandlung. Es gibt keine Krankheit, keine Missempfindung in unserem Körper ohne Beteiligung des vegetativen Nervensystems.

In dieser Behandlung gehen wir in Kontakt mit den 3 Ästen des VNS und schauen, wo aktuell unsere Verankerung im Körper ist, was uns aktuell Halt gibt. Dies nutzen wir als Ressource, um mit den beiden anderen Ästen in Kontakt zu gehen, diesen das Gefühl von Schutz und Sicherheit geben, damit sie sich wieder aus der Erstarrung und dem Widerstand gegen das Leben “da draußen” lösen können.

Für mich ist die Arbeit mit dem VNS das größte Geschenk, was ich bisher durch meine Ausbildungen erhalten habe.

Osteopathie für Kinder und Babies

Unsere Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis. Gerade bei Geburten mit Komplikationen (Geburtsstillstand, die Nabelschnur hatte sich um den Hals gewickelt) verschieben sich oft Knochen, Kieferknochen oder Schädelplatten minimalst gegeneinander, was nach der Geburt des Babys vielerorts im Körper zu einem Druckgefühl und Spannungen führen kann. Daher macht es Sinn, Neugeborene mit Cranio-sacraler Körperarbeit zu behandeln, um das System in die Entspannung zu bringen.

Geburtstraumen (Kaiserschnitt, Zangengeburt) können jedoch in jeder Lebensphase behandelt werden, so auch bei Jugendlichen und Erwachsenen. So ist es nicht selten, dass Erwachsene z. B. nicht gerne am Kopf berührt werden oder Mützen tragen, wenn sie mit einer Zange auf die Welt geholt wurden.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • Schiefhals (Kiss-Syndrom)
  • Skoliosen
  • Hüftdysplasien
  • Verdauungsstörungen bei Spuckkindern
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Lern- und Konzentrationsstörungen
  • Hyperaktivität/ads

Viszerale Osteopathie/Organ-E-Motion

“Was unser Bewusstsein nicht be- oder verarbeitet, geht in die Körperlichkeit, d. h. wenn wir unsere Emotionen nicht ausleben, werden sie im Körper gespeichert und führen dort zu Bewegungslosigkeit und Erstarrung.”

Als eine Erweiterung der Cranio-sacralen Körperarbeit arbeite ich in einer Organ-E-Motion-Sitzung mit einem Körperorgan (Lunge, Herz, Nieren, Darm, Leber/Galle, Magen, Milz, Blase) und den diesem Organ zugeordneten Körperdrüsen (Schilddrüse, Pankreas, übrige Hormondrüsen).

Der Kontakt zum Gewebe, der Kontakt zum Gesamtorganismus – zum Menschen – und vor allem deren Verbindung zu emotionalen Aspekten bilden den zentralen Teil dieser entlastenden Körperarbeit.

Jedes Organ und jedes Gewebe im Körper ist in der Lage, Gefühle zu speichern; so gibt es Gewebeerinnerung und Energiezysten. Bei Energiezysten bleiben die zu der Zeit eines Unfalls (oder emotionalen Schocks) gefühlten Gefühle in der Region gespeichert, in der die Unfallenergie, z. B. ein Schlag, in unseren Körper eingedrungen ist.

Organe dienen der Verarbeitung (Verdauung) von allen grundsätzlichen Gefühlen, die ein Mensch in seinem Leben erlebt. Wenn ein Organ manche Gefühle nicht oder nicht vollständig verarbeiten kann, werden Reste im Körper gespeichert, was die Funktion des Organs einschränken kann. Diese Gefühle bleiben in der Regel unbewusst, weil sie eben nicht verarbeitet – erfahren – bewusst, sondern nur aufgehoben wurden.

Bei dieser Körperarbeit gehen wir in Kontakt mit den unverarbeiteten Gefühlen, die dabei bewusst werden dürfen, was eine tiefe Entspannung des gesamten Organismus ermöglicht.

Die Organe/Drüsen und ihre zentralen Themen

Lunge
Herz
Niere
Darm
Leber/Gallenblase
Magen/Milz
Geschlechtsorgane/Blase
Hormondrüsen
chronischer Kummer
Freudlosigkeit, plötzlicher Schock
Angst, Schuldgefühle
Verlorenheit, Perfektionismus
Wut, Ablehnung
heimatlos, niederer Selbstwert
Scham, Selbstmitleid
Erniedrigung, Verleugnung
“Der Osteopath heilt nicht.
Er hilft bei der Selbstheilung.”